Mittwoch, 14. September 2011

Die Wertlosigkeit der Save Statistik


Nach A-Rods 600. Home Runs im letzten Jahr und Jeters 3000. Hit in diesem Jahr erreichte gestern Nacht ein weiterer Yankee Superstar einen Meilenstein. Mariano Rivera gelang im 3-2 Sieg der Yankees über die Mariners der 600. Save seiner Karriere. Damit ist er erst der zweite Pitcher in der Geschichte der MLB mit 600 oder mehr Saves. Trevor Hoffman, der von 1993 – 2010 in den Big Leagues spielte gelangen 601 Saves in seiner Karriere. Ich denke wir können davon ausgehen, dass Rivera dieses Rekord bald für sich beanspruchen wird.

600 Saves sind eine mehr als beeindruckende Leistung und Mariano Rivera ist fast ohne Zweifel der beste Reliever den die MLB je gesehen hat. Und trotzdem stehen diese beiden Fakten nicht in einem engen Zusammenhang. Durch seinen 600. Save ist Rivera vermutlich ein First Ballot Hall of Famer. Doch in meinen Augen hätte er diesen Meilenstein nicht erreichen müssen um ein Spieler mit Hall of Fame Kaliber zu sein. Meiner Meinung nach sind Saves eine der überschätzteste Statistik im Baseball und in nahezu keiner Weise geeignet um die Qualität eines Relievers zu messen.

Einem Pitcher wird ein Save angerechnet wenn er diese 4 Bedingungen erfüllt.

1. Er beendete eine Spiel das sein Team gewann.

2. Er ist nicht der Pitcher, der der Win zugesprochen wird.

3. Er hat mindesten 1/3 Innings gepitcht

4. Er kam entweder ins Spiel als sein Team mit höchstens 3 Runs in Front lag und pitchte mindesten 1 Inning oder er kam in Spiel während der Spieler der den Ausgleich repräsentiert entweder auf der Base, am Schlag oder on Deck war oder er pitchte für mindesten 3 Innings.

Werfen wir einen Blick auf zwei Situationen:

Situation A: Ein Reliever kommt in das 9 Inning eines 1-0 Spiels. Ihm gelingen Strikeouts gegen alle drei gegnerischen Hitter und er beendet das Spiel mit 13 Pitches.

Situation B: Ein Pitcher kommt in das 9. Inning eines 3-0 Spiels. Er gibt eine Double an den ersten Hitter ab, der zweite Schlägt einen Home Run. Er walkt den dritten Hitter und der vierte schlägt einen harten Ground Ball, der durch eine Glanztat des Shortstops zu einem Double Play wird. Er walkt den fünften Hitter, dem sechsten gelingt ein Single und der siebte Hitter schlägt einen Fly Ball auf den Warning Track der ohne den starken Gegenwind ein Home Run gewesen wäre. Der Reliever warf 62 Pitches und die Fans seines Teams hatten mehrere Panikattacken.


 

Ich brauche niemandem sagen, dass Riliever A einen viel besseren Job gemacht hat als Reliever B, doch beide erhalten einen Save. Beide bekommen die selbe Anerkennung in den Geschichtsbüchern.

Dieser Umstand alleine sollten schon reichen, um zu beweisen, dass Saves keine adäquate Art und Weise sind die Qualität eines Relievers zu messen. Doch gehen wir einen Schritt weiter. Vergleichen wir die Karriere Statistiken von Rivera und Hoffman.

Hoffman: 601 Saves, 1089.1 Innings Pitched, 846 Hits, 378 Runs, 347 Earned Runs, 100 Home Runs, 307 Walks, 1133 Strike Outs, 3.69 SO/BB, 2.87 ERA, 1.058 WHIP


 

Rivera:600 Saves, 1207 Innings Pitched, 932 Hits, 322 Runs, 298 Earned Runs, 65 Home Runs, 274 Walks, 1104 Strike Outs, 4.03 SO/BB, 2.22 ERA, 1.000 WHIP


 

Riveras Stats sind besser. Es ist nicht einmal knapp. Rivera pitchte über 100 Innings mehr als Hoffman und erlaubte trotzdem weniger Runs, weniger Home Runs und walkte weniger Batter. Sein ERA ist um .65 Punkte besser und seine Strike Out zu Walk Ratio ist deutlich besser.

Wer beide Pitcher zu ihrer aktiven Zeit gesehen hat, hätte diese Stats nicht einmal gebraucht. Riveras Cutter ist einer der, und vermutlich der, beste Pitch im Baseball. Hoffmanns Sutff war mit Sicherheit überdurchschnittlich, wirkte aber im Vergleich zu Rivera harmlos und gerade Yankees Fans muss ich nicht erzählen welche unglaublich Leistungen Rivera in den Playoffs vollbracht hat (Rivera hat einen 0.71 ERA und einen 0.766 WHIP in Playoffspielen.)

Trotz alledem werden wir Riveras und Hofmanns Namen oft im selben Atemzug hören, da sie beide über 600 Saves erreicht haben. Hiermit wird Riveras Leistung Unrecht getan. Wenn man die Qualität eines Relievers misst, sollte man die unterliegenden Stats immer mit beachten und wesentlich höher Einschätzen als die Save Totals. Denn wir nennen auch Michael Jordan und Karl Malone nicht ein einem Atemzug nur weil beide über 30.000 Punkte erzielten.


 


 

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