Montag, 18. Juli 2011

Der etwas andere Märchenprinz - Alles über Darren Clarkes märchenhaften Majorsieg

Darren Clarke gewann gestern die Open Championship im Royal St. George´s Golf Club in Sandwich. Damit haben die letzten beiden Major Gewinner etwas gemeinsam, sowohl McIlroy als auch Clarke gewannen ihren ersten Major Titel und beide kommen aus Nordirland.

Aber hier hören die Gemeinsamkeiten zwischen Rory McIlroy (US Open Sieger 2011) und Darren Clarke auch schon auf. McIlroy ist 22 Jahre alt, durchtrainiert und ein absoluter Golf Superstar, Darren Clarke ist 42, übergewichtig und für die meisten Casual Golffans ein Niemand. Doch der größte Unterschied zwischen den beiden ist, dass sich in McIlroys Fall, trotzt seines Kollapses in der letzten Runde des diesjährigen Master, alle einig waren, dass sein Erfolg bei einem Major nur eine Frage der Zeit war. Darren Clarkes Sieg bei den Open hingegen ist eine faustdicke Überraschung. Clarke ist seit über zwanzig Jahren auf der Tour und spielte in 53 Majors vor diesen Open. Er erreichte in den letzten 6 Jahren nicht einmal die Top 20 eines Major Turniers, er brauchte zwanzig Anläufe bei den Open um den Titel zu gewinnen, mehr als jeder andere vor ihm. Clarkes Quoten vor dem Turnier standen bei 150 : 1. Seit 2003 ist er der erste Golfer, dem es gelang ein Major zu gewinnen, obwohl er in der Golf-Weltrankliste nicht in den Top 100 geführt war und er ist der älteste Open Sieger seit 44 Jahren ist.

Auch sonst will bei Darren Clarke nichts in Bild eines Golfers passen oder könnt ihr euch vorstellen wie Tiger, McIlroy oder Mickelson mitten auf dem Fairway eine Zigarette rauchen oder in der Pressekonferenz ein riesiges Glas Guinness trinken?  Trotz all dieser Dinge spielte Clarke in den letzten vier Tagen wie ein Champion. Er trotzte den widrigen Bedingungen, ließ sich weder von seinen vergebenen Putts, noch von Mickelsons Aufholjagd am letzten Tag aus dem Konzept bringen. Routiniert behielt er die Nerven und auch das nötige Glück war ihm hold: gestern sprangen zwei seiner Bälle um Millimeter an tiefen Bunkern vorbei.

Mickelson und Johnsons machten gestern Fehler, Clarke nicht und so konnte er sich um kurz vor 19 Uhr Open Champion nennen. Der Wittwer, dessen Frau vor fünf Jahren an Brustkrebs starb, konnte sich so seinen größten Traum erfüllen. Bereits als Kind hatte er davon geträumt die Open zu gewinnen und doch muss es ihm gestern wie im Märchen vorgekommen sein, dass er sich einen bestimmt schon vergessenen Traum noch erfüllen konnte. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich es gestern niemandem mehr gegönnt habe als Clarke und ich bin sicher nicht alleine damit.  

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